23 | 02 | 2012
Ranitomeya reticulatus
Das Epitheton reticulata ist lateinisches Adjektiv für "genetzt" (reticulum = Netz). Es bezieht sich auf die blau-schwarze oder blauweiß-schwarze Netzung der Körperunterseite und der Gliedmaßen. Ranitomeya_reticulatus_20100411_01032Terrarium/Einrichtung:

Dendrobatenterrarium ab 40x40x40cm
Eine automatische Beregnung und eine Nebelanlage sind empfehlenswert.
Als Bodengrund empfielt sich eine Laubschicht z.B. aus Eichen- oder Buchenlaub.

Temperaturen:

Die Art bewohnt die Laubstreu und Stammbasen amazonischer Tieflandregenwälder im Westen Südamerikas. Hier herrschen relativ konstante 26-27° C. Die Art ist im Jahresmittel nur geringen Temperaturschwankungen von 1-2° C ausgesetzt. Auch die Tag-Nacht-Schwankung beträgt im Tiefland je nach Höhenlage im Mittel nur 2-5° C. Für eine erfolgreiche Haltung sollten Tagestemperaturen dauerhaft 26 - 27° C nicht über- bzw. Tiefstwerte von 21° C nicht unterschreiten. Eine kurzfristige Erhöhung auf 29 - 30° C bzw. Abkühlung auf 16 - 17° C wird von den Tieren jedoch meist unbeschadet überstanden. Solche Schwankungswerte können auch im natürlichen Biotop kurzfristig auftreten. Eine Nachtabsenkung um 3-4° C hat sich als vorteilhaft erwiesen.

Luftfeuchte:

70-80%, zur Mittagszeit bis 70%, morgens und abends 100% (Nebel)

Ernährung:

Nur kleine Futtertiere wie Springschwänze, Kleine Obstfliege, Mikro-Grillen bzw. Heimchen, frisch geschlüpfte Kleine Wachsmaden, Staubläuse (Mikrokäfer), und fein gesiebtes Wiesenplankton. Für eine auf Dauer erfolgreiche Haltung und die Aufzucht von Jungtiere ist eine gut laufende Springschwanzzucht unabdingbar. Nur mit kleinen Drosophila sind die Tiere nicht ausgewogen genug zu ernähren und stellen schon bald die Vermehrung ein. Für Adulti sollten Futtertiere wie Grillen und Obstfliegen regelmäßig 1-2 mal die Woche mit einem guten Vitaminpräparat eingestäubt werden (z.B. Amivit A nach der orginal BIRKHAHN-Rezeptur). Futtertiere für Jungtiere sollten die ersten 4 Wochen täglich bestäubt werden. Angebrochene Vitaminpräparate im Kühlschrank aufbewahren. Obstfliegen lassen sich vor dem Verfüttern gut mit flüssigen Vitaminpräparaten (z.B. Sanostol, Multibionta) anfüttern und so ernährungsphysiologisch aufwerten. Bestäubte Futtertiere sollten im Terrarium auf auswechselbaren Schalen angeboten werden. Zurückbleibende Vitaminpulverreste können so keinen Bakterienherd auf dem Terrariumboden bilden. In kleinen Schalen im Terrarium ausgelegte Obststücke (z.B. Bananenscheiben) sind gute Lockstellen für Obstfliegen und werden von den Fröschen bald als Futterplätze akzeptiert. Für eine ausreichende Vitaminversorgung der Futtertiere durch diese Lockstellen dürfte die Verweildauer der Futtertiere jedoch zu gering sein, so dass dennoch zusätlich vitaminisiert werden sollte. Angebotene Futterschalen sollten aus hygienischen Gründen alle 2-3 Tage gereinigt werden. Springschwänze lassen sich gut auf ausgelegten Xaxim-Stückchen konzentrieren, indem man diese mit kleinen! Mengen Trockenhefe bestreut. Auch hier lernen die Frösche schnell die Bedeutung des Futterplatzes.

Besatz:

Die Art lässt sich am besten paarweise halten und vermehren aber auch Berichte über gut laufenden Zuchtgruppen mit drei Männchen und zwei Weibchen liegen vor (BIRKHAHN, pers. Komm.). Gemeinsam aufgezogene Tiere lassen sich in kleinen Becken (40er Würfel) besser in Gruppen halten, wobei sich dann aber oft eine Rangfolge mit nur einem dominanten Paar ausbildet. In Größeren Becken werden fast immer Reviere ausgebildet. Die Rangkämpfe lösen bei den unterlegenen Tieren Stress aus, was sehr schnell zum Tode führen kann und sich dann durch eine Reduzierung auf nur wenige Tiere bemerkbar macht (OSTROWSKI, pers. Beobachtung).


 

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